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26.07.2018
rbi

70 Prozent der Baustellen in NRW mit Sicherheitsmängeln

Die Arbeitsschutzverwaltung in Nordrhein-Westfalen hat im Rahmen einer Schwerpunktaktion innerhalb von sechs Wochen mehr als 400 Baustellen überprüft und dabei teils eklatante Mängel festgestellt. Der Fokus der Aktion lag auf Baustellen mit hoher Absturzgefährdung, wie beim Hochbau oder der Dach- und Fassadensanierung. Hier kommt es sehr häufig zu schweren oder sogar tödlichen Absturzunfällen.

Knapp 70 Prozent der Gerüste auf den besichtigten Baustellen wiesen Mängel auf. In knapp zwei Dritteln der Fälle war der Seitenschutz unvollständig und fehlte sogar ganz. In der Hälfte der Fälle war der Wandabstand zu groß und ein Drittel der Gerüste war nicht richtig verankert. Auch Auffangeinrichtungen wie zum Beispiel Netze bei Dacharbeiten waren häufig mangelhaft (auf 17 Prozent der Baustellen). Die Arbeitsschützer haben daher die Gerüste entweder ganz oder in den betroffenen Teilbereichen gesperrt und die Beseitigung der Mängel direkt vor Ort veranlasst.

Eine sehr hohe Absturzgefahr besteht jedoch nicht nur bei Arbeiten auf einem Gerüst, sondern auch an oder in einem Gebäude. So wurde in 80 Prozent der Fälle mangelhafte Absturzsicherung in diesem Bereich festgestellt. Konkret waren jeweils bei einem Drittel der Baustellen die Treppen, Wandöffnungen, Bodenöffnungen oder die oberen Etagen (Decken) eines Rohbaus unzureichend abgesichert. Die sogenannten Verkehrswege etwa über Baugruben oder Übergänge zwischen Gebäudeteilen waren in 40 Prozent der Fälle zu beanstanden. Auch hier war die erste Maßnahme der Arbeitsschützer die Sperrung der betroffenen Arbeitsbereiche bis zur Beseitigung der Mängel, die in der Regel direkt vor Ort veranlasst worden ist.

In 16 Prozent der Fälle waren die Mängel so eklatant, dass diese ein Bußgeld nach sich ziehen werden. Geahndet werden die Mängel nach der Arbeitsstättenverordnung mit bundesweit einheitlichen Bußgeldsätzen. Bei fehlender Absturzsicherung und Fahrlässigkeit werden Bußgelder von bis zu 2500 Euro fällig. In Einzelfällen wurden auch Verstöße gegen das Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz festgestellt, was an die zuständigen Behörden weitergegeben worden ist.

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